Warum Realtime Rendering die Virtualisierung vorantreibt

Realtime Rendering ermöglicht, dass 3D-Animationen nahezu real und Bewegungen im virtuellen Raum flüssig wirken. Vor allem für die Virtualisierung der Marken-Experience und das Marketing allgemein, aber auch für die Ressourcen eines Unternehmens bringt die Technologie einige Vorteile mit.
Von:
Lisa Krause
February 23, 2021
January 12, 2021

3D-Animationen lassen uns Produkte so sehen und erleben, wie es in der Realität nicht immer möglich ist. Sie schaffen ein tieferes Verständnis für Bauweise, Machart oder Funktionen und können Einblicke in das Innenleben der komplexesten Maschinen geben. 3D-Technologien erweitern unseren Blickwinkel, indem sie Dinge bildlich greifbarer machen. 

Da sie ihren Ursprung im Gaming-Bereich haben und dort sehr erfolgreich eingesetzt werden, sind moderne 3D-Technologien zu Wirtschaft, Industrie und Business herüber geschwappt. Das sogenannte Realtime Rendering beeinflusst jetzt aber nicht mehr nur Marketingkampagnen, sondern treibt die kreative Content-Produktion für virtualisierte Marken-Erlebnisse voran. 

Das bringt die Echtzeit-Technologie mit 

Realtime Rendering, auch Live Rendering genannt, ist im weitesten Sinne eine Bezeichnung für Bilder beziehungsweise Animationen, die sehr schnell wiedergegeben werden. So schnell, dass der Betrachter nicht wahrnimmt, dass sein Computer oder das jeweilige Endgerät Zeit benötigt, um diese Bilder zu berechnen. Die Bezeichnung Rendering bezieht sich dabei auf die Verarbeitung der Daten durch die vom jeweiligen Grafiker genutzte Software. 

Je aufwendiger das Bild – auch genannt Frame – einer Animation ist, desto länger kann das gewöhnliche Rendering dauern. Durch Realtime Rendering geschieht die Verarbeitung der Daten jedoch in Echtzeit. Aus diesem Grund wurde es zunächst im Bereich des Gamings verwendet, um die Bewegungen der Figuren in aufwendigen Videospielen natürlich und fließend wirken zu lassen. 

Szenen, die aus vielen einzelnen Frames bestehen, scheinen so in Echtzeit stattzufinden. Das Minimum an Frames, die das menschliche Auge braucht, um Bewegungen als natürlich wahrzunehmen, sind 24 pro Sekunde. 

Realtime Rendering – Nutzen für Marketing und Sales?

Echtzeit Rendering ermöglicht es Designern anders als die traditionelle Offline-Rendering-Methode, schneller Änderungen an Designs vorzunehmen. Da es viele einzelne Frames sind, die eine Bewegung flüssig erscheinen lassen, können auch Elemente einzelner Bilder angepasst werden. Dies schafft wiederverwendbare Inhalte, da nicht jede 3D-Animation oder jeder TVC komplett neu erstellt werden muss, sondern angepasst werden kann. 

Aber wie kann Realtime Rendering in Marketing und Sales zum Einsatz kommen? Vor allem Unternehmen, die eine Virtualisierung ihrer Marketing- und Sales-Angebote fokussieren, können von der Technologie profitieren. Denn nicht nur einzelnen Inhalte an den verschiedenen Customer-Touchpoints, sondern das gesamte virtuelle Marken-Ökosystem, können durch Echtzeit-Computergrafik geschaffen, unterstützt und immer wieder erweitert werden.

Das Ziel dabei ist es, eine virtuelle Umgebung zu erstellen, die von potenziellen Kunden erforscht werden kann. Nutzt ein Unternehmen beispielsweise einen virtuellen Showroom, an dem Besucher an verschiedenen Stellen Aktionen ausführen und sich über die Marke informieren können, fängt die Unterstützung durch Realtime Rendering schon beim Aufbau dieses virtuellen Raumes an. Die Umgebung und die Bewegung in dieser virtuellen Markenwelt können nahezu real und authentisch dargestellt werden und auch für die einzelnen Touchpoints im Showroom bringt die Realtime-Technologie einige Vorteile mit sich.

So verändern 3D-Produktkonfiguratoren das Aussehen der Produkte in Echtzeit und stellen sie fotorealistisch aus jeder Perspektive dar. Die Interaktion eines Kunden mit dem Produkt, zum Beispiel mit einer Explosionszeichnung, kann so gestaltet werden, dass es für das menschliche Auge kaum einen Unterschied zum “realen” Erlebnis gibt. 

So schafft Realtime Rendering eine zweite Realität 

Die Technologie bietet uns also die Möglichkeit, nicht nur statische Bilder und Videos ohne Tiefe zu erstellen, sondern Bewegung im Raum zu kreieren. Dieser Raum kann durch die Echtzeit-Lösung jederzeit optisch und inhaltlich angepasst werden, sodass Nutzer durch eine einzigartige virtuelle Markenwelt schreiten können.

Ein Beispiel, anhand dessen die Wirkung von Realtime Rendering gut verdeutlicht werden kann, kommt aus dem Bereich der Architektur. Neue Bauprojekte beispielsweise werden schon lange durch nachgebaute Modelle anfassbar gemacht. Durch architektonische Renderings kann die Besichtigung aber noch viel weiter gehen und zum Beispiel die Entwicklung vom Rohbau bis hin zum fertig eingerichteten Objekt abbilden.

So kann beispielsweise eine individuelle Software-Lösung mit Realtime Rendering für eine Architekturbüro erstellt werden, die es ermöglicht, Kunden ein Modell ihrer Vorstellung zu generieren, das in Echtzeit visualisiert und angepasst werden kann. Das digitale 3D-Modell wird durch veränderbare Lichtverhältnisse und realistisch wirkende Umgebungselemente atmosphärisch gestaltet. Genauso könnten animierte Figuren in dem Modell umherlaufen, um die Größenverhältnisse im Objekt besser einschätzen zu können. 

Was bedeutet das für Businesses?

Dieses Beispiel lässt erahnen, welche Möglichkeiten 3D-Echtzeit-Rendering für alle möglichen Branchen bietet. Gerade auch für den Bereich Marketing und die Entwicklung ansprechender Werbeinhalte wird die Technologie künftig noch mehr an Bedeutung gewinnen und auch für die Ressourcen eines Unternehmens bringt sie einige Vorteile mit.

In einer Forrester-Umfrage haben beispielsweise 83 Prozent der Unternehmen bestätigt, dass sie durch Realtime-Rendering etwa ein Viertel der Zeit sparen, die sie mit dem traditionellen Rendering-Verfahren hätten aufwenden müssen. Doch auch die Wiederverwendbarkeit von Assets, die durch Anpassungen verändert werden können, spart Zeit und gewährleistet gleichzeitig eine Konsistenz der Inhalte. Ein so erstelltes Modell für das interne Produktdesign kann nach Anpassung und Rekontextualisierung beispielsweise auch für ein AR-Erlebnis im Einzelhandel oder eine 3D-Display-Anzeige verwendet werden und damit verschiedene Ziele einer Marke verfolgen. Die dadurch gewonnene Schnelligkeit und die Flexibilität der Prozesse ermöglichen eine Interaktion mit und eine schnellere Reaktion auf den sich ändernden Markt. 

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Gerade in Zeiten, in denen der Kunde im Fokus jeder Kampagne steht, gewinnen Erlebnis und Entertainment an Bedeutung. Beides entsteht derzeit vor allem durch Interaktivität und die Möglichkeit, verschiedene Perspektive des virtuellen Raumes erforschen zu können. Realtime-Rendering unterstützt diese Effekte durch die Entwicklung realistischer Bilder und die Option, in Echtzeit mit einer virtuellen Umgebung zu interagieren. Virtual Reality Anwendungen sind dafür geradezu prädestiniert, lassen sie doch ihren Nutzer auch physisch in die virtuelle Welt eintauchen.

Realer Austausch auf Distanz 

Die Technik des Echtzeit-Renderings ermöglicht es, Bilder auf einem Computer schnell genug zu replizieren, sodass ein Betrachter mit der gleichzeitigen digitalen Umgebung interagieren kann. Für die Virtualisierung von Unternehmen ist das ein entscheidender Mehrwert. Denn so können digitale Umgebunden realistisch wirken und der Austausch mit Kunden im B2B und B2C auch über eine Distanz hinweg persönlich gestaltet werden.