Digitale Vertriebsergänzung: Produkte per Konfigurator präsentieren

Sowohl im B2B als auch im Endkundenbereich verhelfen digitale Konfiguratoren zu einem klaren Verständnis von Produkten und ihren Funktionen. Durch moderne Technologien werden diese jetzt zu einem der wirksamsten Vertriebs-Tools. Interaktive 3D- und immersive AR-Konfiguratoren schaffen durch Echtzeit-Anpassung umfangreiche Präsentationsmöglichkeiten.
Von:
Lisa Krause
April 19, 2021
March 25, 2021

Produkte und Services individuell angepasst an die eigenen Bedürfnisse und Anforderungen – für viele Kunden im B2B und B2C eine ideale Lösung. Individualisierung, also die freie Wahl von Produktvarianten, ist aktuell auf Kundenseite gefragter denn je. Doch auch für Unternehmen sind Anwendungen lukrativ, die Kunden verschiedene Wahlmöglichkeiten bieten. 

Digitale Produkt-Konfiguratoren können in diesem Fall zu einem klareren Verständnis von Produkten und ihren Funktionen verhelfen. Gerade im Endkundenbereich werden sie häufig dafür eingesetzt, um Kunden nach Produktvorschläge passend zu ihrer Suche zu übermitteln. Aber auch die optische oder funktionelle Individualisierbarkeit von Produkten ist ein häufiger Case im B2B und B2C. 

Verschiedene Modelle für unterschiedliche Branchen

Je nachdem, wie stark der Grad der Individualisierung variiert, wie groß oder komplex Produkte sind, sind verschiedene Wahlmöglichkeiten durch reine optische Abbildung im Konfigurator nur schwer darzustellen. Vor allem im B2B wird in diesem Fall mehr Flexibilität in Vertriebsterminen oder Beratungsgesprächen benötigt. 

Interaktive 3D-Konfiguratoren sorgen diesbezüglich für ein klares Bild. Produkte werden dafür in 3D gebaut und können am Bildschirm von allen Seiten betrachtet und angepasst werden. Auch ein Blick in das Innere einer Maschine oder das Testen von Funktionen ist mit einem 3D-Produktrendering möglich. 

Einen Schritt weiter gehen immersive Produktkonfiguratoren, die Produkte zusätzlich in Augmented Reality und Originalgröße an jedem gewünschten Ort anfassbar visualisieren und platzieren. Per Tap auf den Bildschirm erleben Nutzer alle Funktionen, erhalten Informationen und Details zum Produkt oder verändern seine Optik in Echtzeit.

Website, App oder WebAR: Mobile Lösung für jedes Device 

Bei Produktkonfiguratoren im Endkundenbereich handelt es sich meist um Softwarelösungen, die in eine Website beziehungsweise den Online-Shop integriert sind. Ein Beispiel dafür sind digitale Beratungshilfen, die Kunden bei der Suche nach dem richtigen Produkt unterstützen. Artikel werden dabei mit verschiedenen Merkmalen versehen, die der Kunde im Konfigurator auswählt, um schließlich das Produkt mit den passenden Eigenschaften zu finden. 

Interaktive 3D- und immersive AR-Konfiguratoren hingegen werden in Form einer Applikation oder aber browserbasiert entwickelt. Immersive Experiences können beispielsweise als WebAR angelegt werden, sodass Kunden über einen Link Zugriff auf das Erlebnis haben. Die Konfiguratoren sind somit nicht an eine Unternehmenswebsite oder einen Shop gebunden, sondern eigenständig abrufbar.  

Realtime-3D Renderings ermöglichen, die verschiedenen Funktionen und Varianten live vorzuführen und qualitativ hochwertig zu veranschaulichen. Anwender bestimmen verschiedene Merkmale, über die ihr ideales Produkt verfügen soll. Die Auswahl dieser Merkmale kann dabei auf vom Unternehmen vordefinierten Regeln basieren, sodass sich einige Eigenschaften eines Produktes nur mit bestimmten anderen Merkmalen kombinieren lassen. So werden individuelle Produktvarianten je nach Kundenwunsch zusammengestellt.


Konfigurationserlebnis mit und ohne Beratung

Für den B2B-Vertrieb gibt es kaum ein wirksameres Tool, als einen Produktkonfigurator, der Live-Anpassungen ermöglicht. Für ihren Einsatz gibt es typischerweise zwei Möglichkeiten. Zum einen können sie durch den Kunden selbst aufgerufen und ohne Mitarbeiter bedient werden. Dies ist meist vor einer Kaufentscheidung der Fall, beispielsweise um das Produkt erst einmal kennenzulernen und zu erfahren, ob es generell eine Lösung für die eigenen Vorstellungen sein kann.

Die wohl effektivste Art der Anwendung ist jedoch die Nutzung im virtuellen oder analogen Beisein eines Beraters, zum Beispiel im Rahmen einer Vertriebspräsentation oder in einem digitalen oder realen Showroom. Berater und Kunden teilen dieselbe immersive Experience oder den 3D-Konfigurator während der Präsentation, um das Produkt vorzustellen und Fragen zu klären oder aber dazu, um nach einer Entscheidung gemeinsam das finale Produkt zu erstellen. 

Komplexe Maschinen im Vertriebsgespräch präsentieren

Große Maschinen im Rahmen von Vertriebsmeetings verständlich präsentieren und funktional anpassen zu können war auch der Wunsch des amerikanischen Unternehmens Nordson. Für die ideale Vertriebsergänzung wurde ein webbasierter Produktkonfigurator für den Hersteller von Präzisionsanlagen erstellt, den Vertriebsmitarbeiter im realen oder digitalen Peer-to-Peer-Gespräch mit Kunden einsetzen.

Da die Anwendung auf jedem mobilen Device funktioniert, ist sie nicht ortsgebunden und kann weltweit eingesetzt werden. Mitarbeiter und Kunden teilen dabei zeitgleich denselben Blick auf das Objekt in Augmented Reality. Die Produkte werden anhand konkreter Anforderungen, die der jeweilige Kunde im Gespräch äußert, live zusammengestellt.  Im Anschluss an den Beratungstermin erhält der Kunde ein zusammenfassendes Dokument, das ihm die Entscheidungsfindung erleichtern soll. 


Instandhaltung und Pflege: Variantenkonfigurator aktualisieren

Die Regeln, nach denen ein Variantenkonfigurator funktioniert, müssen von Unternehmen natürlich festgelegt, Daten gepflegt und aktualisiert werden. Speziell darauf ausgerichtete Plattformen für Daten-Management und Content-Bearbeitung erleichtern diesen Prozess. 

Ein Beispiel für solch eine Plattform ist unser Content Creation Hub VARYCON, das die Aktualisierung und Bearbeitung eines Produktkonfigurators über intuitive Frontend-Strukturen löst. 

Unterstützung im Entscheidungsprozess 

Egal, auf welche Art und Weise ein Produktkonfigurator im Unternehmen eingesetzt wird, ob mit oder ohne Augmented Reality oder Expertise eines Beraters: beide Seiten des Prozesses profitieren davon. Kunden verhilft die Lösung zu einer schnelleren Entscheidungsfindung und zu einem besseren Verständnis des Produktes. Unternehmen erfahren durch gezieltes Targeting der Anwendung, welche Funktionen oder welche Optik von Kunden bevorzugt wird. 

Gleichzeitig verringert eine Visualisierung in 3D die Ausstellungsfläche, die Produktvarianten in einem Showroom einnehmen würden. In einem virtualisierten Showroom ist ein AR-Produktkonfigurator eine ideale digitale Vertriebsergänzung.