Warum hybride Stores das Einkaufserlebnis der Zukunft sind

Im stationären Handel werden Kunden in Zukunft das gleiche Level an Komfort und Entertainment erwarten, das ihnen auch online geboten wird. Hybride Stores, also physische Ladenlokale mit verschiedenen digitalen Angeboten, schließen die Lücke zwischen online und offline und machen den Einkauf für Kunden gleichzeitig zu einem besonderen Erlebnis.
Von:
Lisa Krause
May 7, 2021
May 7, 2021

Das Online-Geschäft liegt gegenüber dem stationären Handel weiter vorn. Auch bevor die Pandemie das Stöbern in Ladenlokalen unterbrochen hat, ging der Trend zum Online-Shopping. Für viele Unternehmen ist der stationäre Handel jedoch nach wie vor ein wichtiges Geschäft – gerade für den Beziehungsaufbau zwischen Kunden und Marke. Unternehmen stehen jetzt also unter Zugzwang, nach einem baldigen Ende der Pandemie wieder mehr Menschen in den physischen Store zu holen.  

Kunden werden künftig im stationären Handel das gleiche Level an Produktinformationen, Komfort und Entertainment erwarten, das ihnen auch online geboten wird. Um Kunden wieder langfristig zurück in die Stores zu bringen, braucht es also neue Anreize. Gerade für die jüngeren Generationen steht das Kauferlebnis im Vordergrund. Einkauf und Shopping sind nicht mehr Mittel zum Zweck, sondern eher Freizeitbeschäftigung und Ausflugsziel. 

So bietet weder der reine Online-, noch der rein stationäre Shop das optimale Kauferlebnis. Die Mischung aus analog und digital hingegen schafft diesen Spagat, und zwar als hybrider Store.

Mehr Raum und Komfort beim “hybrid Shopping”

Hybride Stores sind nicht in erster Linie Verkaufsflächen, sondern Produkträume, in denen auf weniger Fläche ausgewählte Waren zum Testen und Betrachten bereitstehen. Ein digitaler Katalog, beispielsweise integriert durch Touch-Screens, ergänzt das vorhandene Angebot. Unternehmen sparen dadurch Ausstellungsflächen ein und bieten Besuchern gleichzeitig mehr Freiraum, um das Sortiment zu erkunden. 

Digitale Einkaufskörbe nehmen dem Kunden buchstäblich die Last von den Schultern. Portabler Scanner oder Shopping-Cards sorgen als neue “Einkaufswagen” dafür, dass die Hände zum Stöbern frei bleiben. An der Ladentheke, die nun keine Kasse mehr ist, erhalten Kunden im Tausch gegen das jeweilige Shopping-Device einen Beleg, über den sie in einem abgetrennten Bereich ihre Waren erhalten oder diese bequem auf dem Versandweg ordern. Besonders im Bereich FMCG ist dies ein komfortables Konzept. 

Das Smartphone als In-Store Fernbedienung

Moderne Technologien unterstützen aber nicht nur den Einkauf selbst durch digitale Mittel, sondern auch den gesamten Prozess des Shoppings. Damit gehen hybride Stores gezielt auf Pain Points der Kunden ein und erreichen sie damit über mehrere Kanäle und emotionalen Ebenen.

Gekoppelt mit der App eines Unternehmens fungiert das Smartphone der Kunden beispielsweise als eine Art Fernsteuerung für den Store, die für personalisierte Inhalte sorgt. Durch Standort-Aktivierung erkennt die App, wenn sich Kunden in der Nähe eines Stores oder sogar im Store selbst befinden.

Digitale Schaufenster und Screens im Store zeigen automatisiert jene Inhalte an, die der Kunde zuvor bereits in der App aufgerufen hat.

Digitale Produkterlebnisse im physischen Store

Aber wie finden Kunden im hybriden Store ihr ideales Produkt, wenn nicht alle Produkte physisch vorhanden sind? Dafür gibt es virtuelle Try-Ons oder Try-Outs. Screens werden zu virtuellen Spiegeln und Produktkonfiguratoren, die jedes Produkt aus dem Sortiment zusammen mit allen wichtigen Infos abbilden und im Fall von Bekleidung oder Kosmetikprodukten sogar per AR auf den Köpfer des Kunden projizieren.

Natürlich geht es aber auch um das Produkterlebnis. Der Store ist jetzt eher ein Showroom, der auf die digitale Generation ausgerichtet und für sie konzipiert ist. Das londoner Möbel-Label “Made” hat beispielsweise ein Konzept in seinen Amsterdamer Store integriert, nach dem Besucher im Store Bestseller testen und über eine App auf ihrem Smartphone oder über einen integrierten Touchscreen shoppen können, ohne auf die Hilfe eines Mitarbeiters angewiesen zu sein.

Informationen bereitstellen, die Kunden interessieren 

Generell geht es aber künftig auch verstärkt um Informationen. Verbraucher möchten wissen, aus welchen Inhaltsstoffen ihre Produkte bestehen oder wo die Materialien eines Produktes herkommen. Digitale Elemente unterstützen und präsentieren diese Informationen auf ansprechende Weise.

Product Tables und NFC-Tags ermöglichen es Verbrauchern beispielsweise, Produkte auf einem verbundenen Bildschirm zu platzieren, auf dem anschließend automatisch alle dazugehörigen Produktdaten erscheinen. Scan-Funktionen in der Smartphone-App ermöglichen, Bilder von Produktverpackungen oder aus Schaufenstern zu scannen, um individuellen, interaktive Inhalte aufzurufen – am Beispiel der Beauty-Industrie könnten das Make-Up-Tutorials oder AR-Filter mit Try-On sein.

Hybride Stores als Tor zur Online-Markenwelt

Der hybride Store soll dem Online-Shopping keinesfalls den Rang ablaufen. Vielmehr soll der physische Laden als Eingang zur Website dienen und einen Übergang schaffen, der die Lücke zwischen online und offline schließt und gleichzeitig dem stationären Handel einräumen, die erste Station in der Customer Journey zu sein. 

Vorteile bringt der hybride Store nicht nur für Kunden, sondern auch für Unternehmen. Die digitalen Features im Shop laden zum Verweilen, aber auch zum Teilen in den Sozialen Netzwerken ein, was zu einer größeren Reichweite und Reputation verhilft. 

Statt einer beengten Auslage erhalten die Produkthighlights im Store mehr Raum. Für Kunden bedeutet dies mehr Komfort beim Shopping, für Marken eine erhebliche Kosteneffizienz bei Inventar und Miete. Ein besonders wertvoller Pluspunkt sind jedoch die aussagekräftigen Nutzer- und Kaufdaten, die über digitale Touchpoints im Store generiert werden. 

Wenn Sie mehr über die Integration digitaler Lösungen in den stationären Handel erfahren möchten, sprechen Sie uns einfach an. Wir beraten Sie gerne zu individuellen Lösungen für Ihren hybriden Store.